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Bodybuilding wird überwiegend von Männern, aber auch von Frauen betrieben. Bodybuilding ist mehr als der weithin bekannte Leistungssport. Der Begriff umfasst eine weite Bandbreite von körperlichen Aktivitäten. Angefangen bei Rehabilitationstraining über moderates Fitnesstraining bis hin zum Leistungssport, bietet Bodybuilding jedem Sportler innerhalb seiner Leistungsfähigkeit und Wünsche die Möglichkeit Muskelhypertrophie, Kraftausdauer, Muskelkoordination, Schnellkraft oder pures Krafttraining zu absolvieren.
Bodybuilding als Leistungssport
Training mit Gewichten ist Bestandteil vieler Sportarten. Bodybuilder trainieren jedoch, um einen muskulösen und gleichmäßig entwickelten Körper im Wettkampf auf einer Bühne zu präsentieren. Dazu treten sie in unterschiedlichen Gewichts- bzw. Größenklassen, getrennt nach Geschlecht und Alter, als Amateure und Profis, mit einem Posing-Slip bzw. einem Bikini bekleidet, an. In allen Kategorien werden von einer Jury Muskulosität, Symmetrie, Vaskulösität und Präsentation bewertet.
Muskulosität bedeutet einerseits die Masse und Dichte, andererseits die Härte und Teilung der Muskeln. Angestrebt wird die Verbindung von möglichst viel Muskelmasse mit einer Definition, die eine Muskelgruppe von der anderen abgrenzt und die Details innerhalb einer Muskelgruppe deutlich werden lässt. Symmetrie: Unter diesem Stichwort ist keine genetisch bedingte Idealform zu verstehen, vielmehr wird eine ausgewogene Entwicklung aller Körperteile verlangt. Vaskulösität, die Sichtbarkeit der Adern, ist ein Zeichen für einen niedrigen Körperfettanteil. Da der Körperfettanteil eines Bodybuilders so weit wie möglich reduziert sein soll, müssen an seinem Körper möglichst viele Venen erkennbar sein. Mit Präsentation ist die Art gemeint, wie ein Athlet seinen Körper auf der Bühne präsentiert. In 3 Runden - beim Line-up (in einer Reihe halb entspannt), in Pflichtposen (zum Vergleich von mehreren Athleten) und mit einer Posing-Kür - erbringen Bodybuilder Höchstleistungen. - Umstritten ist, ob ein freies Posing (pose-down), in dem jeder der 5-6 Finalisten einer Klasse gegen jeden antritt oder alle Klassensieger gegeneinander antreten, in die Wertung einzubeziehen ist.
Neuerdings gibt es im Wettkampfsport auch Fitness-Kategorien und bei den Männern die Mischform "Body-Fitness".
Bodybuilding und Doping
Obwohl beim Bodybuilding das Verletzungsrisiko äußerst gering ist, gerät die Sportart - aufgrund von Dopingfällen - immer wieder in den Blickpunkt. Durch die Verwendung illegaler Substanzen, Steroide oder Hormone (insbesondere Testosteron und dessen Derivate), können bei Männern zum Beispiel Gynäkomastie, erektile Dysfunktion oder Herzbeschwerden auftreten.
Bei deutschen Amateurwettkämpfen werden jedoch strenge Dopingkontrollen nach Richtlinien des Deutschen Sportbundes (DSB), der International Federation of Bodybuilders (IFBB) und des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) durchgeführt.
Bei Profiwettkämpfen wird heutzutage auf Dopingkontrollen für anabole Steroide oder Wachstumshormone jedoch üblicherweise verzichtet. Nur auf besonders riskante Substanzen, wie z.B. Diuretika, wird dort getestet, aber auch hier findet ein Wettlauf zwischen Nachweis- und Verschleierungsmethoden statt, so dass der Einsatz nicht nachweisbarer Substanzen (wie Insulin) weiterhin angenommen werden muss.
siehe auch unter Spätfolgen bei Doping
Fitness-Szene
Rund um die ursprüngliche Bodybuilding-Szene, hat sich im Laufe der 1980er und 1990er, durch immer modernere Fitnessstudios mit vielen Sportangeboten (Aerobic-Kurse, Wellnessbreiche u.a.), eine Breitensportbewegung mit hohem Zulauf entwickelt.
Schattenseiten des Fitnesstrends sind einige neue, noch relativ vage definierte psychische Krankheitsbilder, z.b. der Adoniskomplex (eine zwanghafte Neigung, sein äußeres Erscheinungsbild nach Idealvorstellungen zu modellieren), die Bigorexie (auch genannt Muskelsucht) und die Muskeldysmorphophobie (griech.: Dysmorphie = Fehlbildung, Phobie = Angst - der Begriff Dysmorphophobie bezeichnet also die krankhafte Angst vor Fehlbildungen der Muskulatur, bzw. das, was vom Dysmorphophobiker als solche wahrgenommen wird). Diese Krankheitsbilder sind häufig von Essstörungen und Medikamentenmissbrauch begleitet. Der Sport wird anderen sozialen Kontakten vorgezogen, was zur gesellschaftlichen Isolation führt.
Es hat sich ein breiter Drogenmarkt etabliert, oder die Leute kaufen sich anabole Steroide im Auslandurlaub. Fälschungen sind weit verbreitet und kaum noch zu unterscheiden. Es wird gespritzt und geschluckt ohne Hemmungen. Da das Hintergrundwissen fehlt, werden oft die Folgen verharmlost. Es ist usus, in einem Jahr schon mal 10-15kg Muskelmasse zu erwerben. Ein bedenklicher Trend, dessen Ende noch nicht abzusehen ist.
siehe auch unter Spätfolgen bei Doping
Positiv zu bewerten ist die Entwicklung der Qualität der Fitnesstudios. Nicht nur die Größe und Ausstattung ist bewundernswert, mit dem neue Ketten auf den Markt drängen. Viele lassen sich zertifizieren, stellen hochqualifiziertes Personal ein, wie Physiotherapeuten, Ärzte. Es werden Verträge mit Kassen geschlossen und Rückenschulen teilfinanziert. Eine neuer Beruf hat sich etabliert. Der Fitnesskaufmann. Viele Studios haben gleich mehrere Lehrlinge.
Berühmte Bodybuilder
Einer der berühmtesten Bodybuilder der Welt ist Arnold Schwarzenegger, der seine Sporterfolge (u.a. 7-facher Mr. Olympia) zum Aufbau einer Filmkarriere nutzen konnte und es inzwischen auch bis zum Politiker gebracht hat (Gouverneur von Kalifornien/USA). Auch der Deutsche Ralf Möller verdankt seine Hollywoodkarriere seiner Popularität im Spitzensport. Die meisten Siege beim Mr. Olympia hat Lee Haney erzielt. Der z.Zt. erfolgreichste deutsche Bodybuildingprofi ist Markus Rühl, der vor seinem Landsmann Günther Schlierkamp beim Mr. Olympia 2004 auf Platz 5 landete. Als weltweit attraktivster Bodybuilder gilt momentan der Israeli Sagi Kalev.
Siehe auch: Körperkultur, Kraftsport, Hantel, Joe Weider
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